Preismodelle für Mitgliedschaften: monatlich, jährlich oder beides
Bei Mitgliedschaften stellt sich früh die Frage nach dem Zahlungsrhythmus: monatlich, jährlich oder beides parallel.
Die Entscheidung wirkt kaufmännisch. Tatsächlich beeinflusst sie, welche Rückmeldung Sie über Ihr Angebot bekommen.
Was das Jahresabo bewirkt
Es bringt Geld früher, senkt die sichtbare Kündigungsrate und macht die Planung ruhiger. Alle drei Effekte sind real.
Es hat nur eine unangenehme Eigenschaft: Es verdeckt Unzufriedenheit für zwölf Monate.
Ein Mitglied, das nach sechs Wochen aufhört, den Bereich zu nutzen, kündigt nicht – es zahlt zu Ende und verschwindet dann. Sie erfahren erst nach einem Jahr, dass etwas nicht funktioniert hat, und können in der Zwischenzeit nichts korrigieren.
Was das Monatsmodell bewirkt
Es ist unbequemer: sichtbare Kündigungen, schwankende Einnahmen, dauerhafter Druck, Wert zu liefern.
Genau dieser Druck ist aber die nützlichste Rückmeldung, die es gibt. Wer monatlich kündigen kann, sagt Ihnen durch sein Verhalten sofort, ob Ihr Angebot trägt.
Für ein junges Angebot ist das wertvoller als eine geglättete Zahl.
Der übliche Kompromiss und sein Haken
Viele bieten beides an, mit einem Rabatt auf das Jahresmodell.
Das funktioniert – birgt aber die Gefahr, dass gerade die unsicheren Interessenten in die Jahresvariante gehen, weil sie günstiger wirkt. Damit landen ausgerechnet die Wackelkandidaten in dem Modell, in dem Sie ihr Verhalten am schlechtesten sehen.
Wenn Sie beides anbieten, achten Sie darauf, die Nutzung getrennt auszuwerten. Sonst verlieren Sie den Frühindikator.
Die Zahl, die in beiden Modellen zählt
Unabhängig vom Zahlungsrhythmus ist die aussagekräftigste Kennzahl dieselbe: der Anteil der Mitglieder, die den Bereich in den letzten dreißig Tagen genutzt haben.
Diese Zahl zeigt Kündigungen an, bevor sie stattfinden – und sie ist im Jahresmodell die einzige Warnung, die Sie überhaupt bekommen.
Ihr nächster Schritt
Ermitteln Sie den Anteil aktiver Mitglieder der letzten dreißig Tage, getrennt nach Zahlungsmodell.
Ist der Wert bei Jahreszahlern deutlich niedriger, haben Sie kein Preisproblem, sondern ein Bindungsproblem, das Ihr Preismodell bisher verdeckt hat.
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